Mit ihrer zeitlosen Eleganz bieten Spiegelpaläste ein großartiges Ambiente für kulturelle Ereignisse und festliche Anlässe. Das Glitzern unzähliger Lichter in den geschliffenen Bleiglasspiegeln, die Brokat- und Seidenausstattung und das reichhaltige Jugendstil-Interieur verbreiten eine einzigartige Atmosphäre und lassen die Besucher in eine längst vergangene Welt eintauchen.

Bei aller Originalität der PALAZZO-Spiegelpaläste sorgt darin modernste Ton- und Lichttechnik für einen ungetrübten Showgenuss. Mittelpunkt des Zeltes ist die Bühne, die sich hydraulisch heben und senken lässt und so von allen Seiten beste Sicht bietet. Die Sitzplätze sind in drei Bereiche gegliedert: Die Manege mit runden Tischen um das Zentrum des Zeltes, der Rangbereich als Zirkel um die Manege und die gemütlichen Logen im äußeren Rundgang. In den ansprechend gestalteten Foyers befinden sich die Garderobe und die Bar, die bei einem Aperitif vor der Show oder bei einem Digestif danach zum Verweilen einlädt.

Leider gibt es viel zu wenig dieser wunderschönen Spiegelpaläste und weltweit nur noch eine Handvoll Firmen, die überhaupt in der Lage sind, solche Pretiosen nach den Original-Konstruktionsplänen zu bauen. Alle Einzelteile der Rundzelte sind aus edlen Hölzern handgeschnitzt bzw. gedrechselt. Der Aufbau erfolgt ohne maschinelle Hilfe; Nägel, Schrauben oder andere Befestigungsmittel sucht man vergeblich. Spiegelpaläste wurden um die vorletzte Jahrhundertwende vor allem in Belgien und den Niederlanden als mobile Tanzpavillons konstruiert und Woche für Woche in einer anderen Stadt aufgebaut.

Dank der Spiegel im Inneren, die einen uneingeschränkten Blickkontakt zu allen Seiten ermöglichten, erfreuten sich die Zelte einer großen Beliebtheit und wurden schnell zum Symbol des extravaganten Nachtlebens jener Zeit. Nach dem zweiten Weltkrieg gerieten die Spiegelpaläste in Vergessenheit: Die Jugend tanzte nicht mehr zu den Tönen der Tanzorgel, erste „Diskotheken“ öffneten und auf den Jahrmärkten wurden die mobilen Tanzpaläste durch moderne Fahrgeschäfte verdrängt.

Ihre bis heute anhaltende Renaissance erfuhren die Spiegelpaläste Mitte der 70er Jahre vor allem bei Musik- und Theaterfestivals.


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